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Tagebuch-Apps im Vergleich: Apple Journal, Day One, Diarium, Daylio

6–9 Minuten
Schriftzug „Tagebuch-Apps im Vergleich“ auf gepunktetem Papier neben einem gezeichneten Notizbuch mit der Notiz „App oder Papier?“

Das Smartphone ist immer dabei. Warum also nicht dort Tagebuch schreiben? Tagebuch-Apps bieten Erinnerungen, Fotos, Suche und Synchronisation, unterscheiden sich aber stark darin, wo deine Daten liegen, wie sie geschützt sind und was sie kosten. Hier findest du vier bekannte Apps im Vergleich, auf Basis der Angaben der Anbieter.

Auf einen Blick

  • Apple Journal: Apples kostenlose App für iPhone, laut Apple seit iPadOS 26 und macOS Tahoe 26 auch für iPad und Mac; Einträge sind in iCloud Ende-zu-Ende-verschlüsselt, wenn Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein Gerätecode aktiv sind; dann kann laut Apple nicht einmal Apple sie lesen.
  • Day One: plattformübergreifend, kostenlose Basisversion für ein Gerät, Abo für mehr.
  • Diarium: kein Abo, Pro-Funktionen als Einmalkauf; Sync (mit Pro) über deinen eigenen Cloudspeicher.
  • Daylio: Stimmungstagebuch zum Antippen: Du wählst Stimmung und Aktivitäten per Symbol, eine Notiz ist optional.

Transparenz: Die Angaben stammen von den Websites, Anleitungen und App-Store-Seiten der Anbieter (Stand: Oktober 2026); ein eigener Langzeittest der vier Apps fand nicht statt. Ich selbst führe mein Trainingstagebuch für Ausdauer und Kraft in einer App. Preise und Funktionen ändern sich häufig. Prüf sie vor dem Kauf im App Store oder bei Google Play; Day One nennt seine Preise in US-Dollar, die Euro-Preise im App Store können abweichen.

Tagebuch-Apps im Vergleich

Apple JournalDay OneDiariumDaylio
PlattformeniPhone, iPad (ab iPadOS 26), Mac (ab macOS Tahoe 26)iPhone, iPad, Apple Watch, Mac, Android, Windows, WebWindows, Android, iPhone, iPad, MaciOS, Android
Kostenkostenlos im App StoreBasic kostenlos (1 Gerät); Silver 49,99 $/Jahr; Gold 74,99 $/Jahrkostenlos nutzbar, Pro als Einmalkauf je Plattform; Windows-Version kostenpflichtig inkl. Prokostenloser Download, Premium-Funktionen kostenpflichtig
SchutzSperre per Gerätecode, Face ID oder Touch ID; in iCloud Ende-zu-Ende-verschlüsselt (mit Zwei-Faktor-Authentifizierung und Gerätecode)Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Code, biometrische SperrePasswort, PIN oder BiometriePIN, Fingerabdruck oder Face ID
Speicherort/SynciCloudeigener Sync-Dienst des Anbieters (Day One Sync)lokal; optional Sync (mit Pro) über OneDrive, Google Drive, Dropbox, iCloud oder WebDAV, kein Diarium-Konto nötiglokal in der App; Backup über Google Drive oder iCloud
BesonderheitJournalingvorschläge aus Fotos, Orten, Podcasts und Musik (auf dem Gerät gruppiert); auf dem Mac Export als PDFVorlagen, Prompts, gedruckte Bücher; KI-Funktionen im Gold-AboExport nach Word, Text, HTML, JSON; Wetter-, Kalender- und FitnessdatenStatistiken und Zusammenhänge zwischen Stimmung und Aktivitäten
Tagebuch-Apps nach Herstellerangaben, Stand Oktober 2026

Apple Journal: die naheliegende Wahl fürs iPhone

Apple hat seine Journal-App laut Apple Newsroom am 11. Dezember 2023 mit iOS 17.2 eingeführt. Im App Store ist sie kostenlos und setzt iOS 17.2 oder neuer voraus. Laut Apple-Anleitung ergänzt du Einträge um Fotos, Musik, Zeichnungen und Audioaufnahmen. Die Funktion Journalingvorschläge gruppiert laut Apples Datenschutzhinweisen Momente direkt auf dem Gerät, etwa aus Fotos und Videos, kürzlich besuchten Orten oder gehörten Podcasts und Titeln; du legst fest, welche Vorschläge geteilt werden. Dort steht auch: Hast du die Zwei-Faktor-Authentifizierung und einen Gerätecode aktiviert, sind Einträge Ende-zu-Ende-verschlüsselt, wenn sie in iCloud gespeichert werden. Zusätzlich lässt sich die App mit Gerätecode, Face ID oder Touch ID sperren. Seit iPadOS 26 gibt es Journal laut Apple auch auf dem iPad; auf dem Mac läuft die App laut Apple-Handbuch für den Mac ab macOS Tahoe 26. Auf dem Mac exportierst du Einträge laut Apples Mac-Anleitung als PDF.

Passt für: alle, die nur Apple-Geräte nutzen und ohne Zusatzkosten starten wollen. Nicht ideal: wer auch Android oder Windows nutzt.

Day One: für viele Plattformen, mit Abo-Stufen

Day One läuft laut Anbieter auf iPhone, iPad, Apple Watch, Mac, Android und Windows sowie im Webbrowser. Die kostenlose Basic-Version erlaubt unbegrenzt viele Einträge und Journale, aber nur ein Foto pro Eintrag und nur ein Gerät. Die Abos Silver und Gold erweitern das um bis zu 30 Fotos oder Videos pro Eintrag, Audio, Zeichnungen, unbegrenzte Geräte und (nur bei Gold) KI-Funktionen. Alle Stufen bieten laut Day One Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Synchronisiert wird über den eigenen Dienst Day One Sync auf Servern des Anbieters; iCloud oder Dropbox nutzt Day One dafür laut Sync-FAQ nicht mehr. Kündigst du ein Abo, behältst du dein Journal, es gelten dann wieder die Grenzen der Gratis-Version.

Passt für: alle, die zwischen verschiedenen Geräten wechseln und viele Medien einbinden. Nicht ideal: wer kein Abo möchte und mehrere Geräte nutzt.

Diarium: ohne Abo, Daten im eigenen Cloudspeicher

Diarium setzt laut Website auf ein Einmalkauf-Modell: Die App ist auf den meisten Plattformen kostenlos nutzbar, Pro-Funktionen werden einmalig pro Plattform gekauft; die Windows-Version ist kostenpflichtig und enthält Pro bereits. Einträge können lokal bleiben. Wer synchronisieren will, braucht Pro und nutzt den eigenen Speicher bei OneDrive, Google Drive, Dropbox, iCloud oder WebDAV (ein Standard, über den zum Beispiel ein eigener Server oder Netzwerkspeicher Dateien bereitstellt); ein Diarium-Konto ist nicht nötig. Exporte sind unter anderem nach Word und HTML möglich.

Passt für: alle, die Kontrolle über den Speicherort wollen und Abos meiden. Nicht ideal: wer eine fertige Cloud ohne eigenen Speicherdienst sucht.

Daylio: Stimmungstagebuch zum Antippen

Daylio ist eher ein „Mikro-Tagebuch“: Du wählst deine Stimmung und Aktivitäten per Symbol, optional mit Notiz, Foto oder Sprachmemo. Daraus entstehen Statistiken, etwa welche Aktivitäten mit guter Laune zusammenhängen. Laut Anbieter (Habitics s.r.o., EU) bleiben die Einträge im privaten Speicher der App und werden nicht an die Server des Unternehmens geschickt; Backups landen in deinem Google Drive oder iCloud, laut Anbieter über eine verschlüsselte Verbindung.

Passt für: alle, die wenig schreiben, aber Muster in ihrer Stimmung erkennen wollen. Nicht ideal: als Ersatz für ein ausführliches Tagebuch.

Checkliste: So findest du die passende Tagebuch-App

  • Geräte: Läuft die App auf allen Geräten, die du nutzt, auch in ein paar Jahren?
  • Speicherort: Liegen die Einträge beim Anbieter, in deiner eigenen Cloud oder nur auf dem Gerät?
  • Verschlüsselung: Ist sie Ende-zu-Ende, also so, dass nicht einmal der Anbieter mitlesen kann?
  • Export: Kannst du alles in einem offenen Format (z. B. Text, HTML, PDF) exportieren, falls du wechselst oder die App eingestellt wird?
  • Kosten: Abo oder Einmalkauf? Was passiert mit deinen Daten, wenn du kündigst?
  • Sperre: Lässt sich die App separat mit PIN oder Biometrie schützen?

Für einzelne Tagebucharten gibt es eigene Apps. Hinweise dazu findest du beim Kopfschmerztagebuch und beim Ernährungstagebuch; weitere Kaufhilfen stehen unter Tagebuch kaufen.

Faustregel: Nur Apple-Geräte → Apple Journal ausprobieren. Gemischte Geräte → Day One oder Diarium. Wenig Zeit, Fokus auf Stimmung → Daylio. Und wenn dir Bildschirme abends zu viel sind: Papier und eine Tagebuch-Vorlage zum Ausdrucken.

App oder Papier?

AppPapier
Immer dabeijanur wenn mitgenommen
Suche, Fotos, Ortejanein
AblenkungBenachrichtigungen möglichkeine
Langlebigkeitabhängig von App und Exportunabhängig von Software und Anbieter
Datenschutzabhängig vom Anbieterabhängig vom Versteck
Tagebuch-App oder Papier: Vor- und Nachteile

Für Papier spricht eine Studie zum Schreiben von Hand. Forschende der Norwegischen Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität (NTNU) haben die Hirnaktivität von 36 Studierenden per EEG ausgewertet, während diese Wörter mit einem digitalen Stift von Hand schrieben oder auf einer Tastatur tippten. Beim Schreiben von Hand waren die Verbindungsmuster im Gehirn deutlich ausgeprägter. Die Autoren halten diese Muster für wesentlich, damit sich Erinnerungen bilden und neue Informationen verankern (Van der Weel und Van der Meer, Frontiers in Psychology, 2024).

Die Studie wurde kritisiert: In einem Kommentar in derselben Zeitschrift kritisieren Svetlana Pinet und Marieke Longcamp, dass im Versuch nichts gelernt wurde und stärkere Verbindungsmuster im EEG nicht eindeutig für besseres Lernen oder Erinnern stehen (Pinet und Longcamp, Frontiers in Psychology, 2025). Dazu kommt: Untersucht wurde das Schreiben einzelner Wörter im Labor, nicht das Tagebuchschreiben, und die Handschrift entstand mit Stift auf einem Touchscreen. Willst du mit deinem Tagebuch vor allem nachdenken und dich später erinnern, ist sie trotzdem ein Argument dafür, zumindest einen Teil von Hand zu schreiben, auf Papier oder mit Stift auf dem Tablet.

Häufige Fragen

Welche Tagebuch-App ist kostenlos?

Alle vier haben eine kostenlose Nutzungsmöglichkeit: Apple Journal laut App Store ohne Preis, Day One als Basic-Version für ein Gerät, Diarium auf den meisten Plattformen (Pro kostet extra) und Daylio als Gratis-Download mit optionalem Premium.

Welche Tagebuch-App ist am sichersten?

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten laut Anbieter Apple Journal (für Einträge in iCloud, wenn Zwei-Faktor-Authentifizierung und Gerätecode aktiv sind) und Day One. Diarium und Daylio speichern Einträge laut Anbieter lokal und nutzen für Sync bzw. Backup deinen eigenen Cloudspeicher. Welche Variante sicherer ist, hängt davon ab, wem du deine Daten eher anvertraust: einem Anbieter mit Verschlüsselung oder deinem eigenen Cloudkonto. Eine unabhängige Sicherheitsprüfung fand für diesen Vergleich nicht statt.

Gibt es eine Tagebuch-App für Windows?

Ja, laut Anbietern zum Beispiel Diarium (kostenpflichtig, inklusive Pro) und Day One.

Quellen

Weitersagen: