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Tagebuch schreiben: Anleitung für Anfänger mit Beispiel und Zeitform

3–5 Minuten
Nachdenkliche junge Frau mit Brille vor einer Wand voller gezeichneter Fragezeichen

Einen Tagebucheintrag zu schreiben ist einfacher, als viele denken: Datum oben, dann in der Ich-Form aufschreiben, was passiert ist und wie es dir damit geht. Es gibt keine Pflichtlänge und keine Regeln für Rechtschreibung. Hier findest du eine Anleitung in fünf Schritten, den typischen Aufbau eines Eintrags, die passende Zeitform, ein Beispiel und Fragen, die dir den Anfang erleichtern.

Auf einen Blick

  • Aufbau: Datum, gern eine Anrede wie „Liebes Tagebuch“, dann Erlebnisse, Gedanken und Gefühle.
  • Perspektive: Ich-Form.
  • Zeitform: Vergangenes meist im Präteritum, aktuelle Gefühle und Gedanken im Präsens.
  • Länge: egal. Drei Sätze sind ein gültiger Eintrag.
  • Wichtigste Regel: ehrlich und regelmäßig schreiben, nicht perfekt.

Tagebuch schreiben in 5 Schritten

  1. Form wählen: Notizbuch, Heft oder App. Wichtig ist nur, dass du gern hineinschreibst.
  2. Zeitpunkt festlegen: zum Beispiel abends vor dem Schlafen oder morgens mit dem Kaffee.
  3. Klein anfangen: fünf Minuten oder drei Sätze reichen für den Start.
  4. Einfach losschreiben: Datum oben, dann der erste Gedanke, der dir kommt. Wenn dir nichts einfällt, nimm eine der Fragen weiter unten.
  5. Dranbleiben: Lieber kurz und regelmäßig als selten und lang. Verpasste Tage sind kein Problem.

So ist ein Tagebucheintrag aufgebaut

Für dein privates Tagebuch gibt es keine festen Regeln. In der Schule, wenn ein Tagebucheintrag als Aufsatz oder aus Sicht einer Figur geschrieben werden soll, hat sich laut der Lernplattform Studyflix dieser Aufbau etabliert:

TeilInhalt
EinleitungDatum, Anrede (z. B. „Liebes Tagebuch“), ein Satz zur Stimmung oder zum Thema
Hauptteilwichtigste Ereignisse, Gedanken und Gefühle, beantwortet mit den W-Fragen (was, wer, wo, warum?)
SchlussFolgen, Ausblick oder offene Fragen, eventuell eine Abschiedsformel
Aufbau eines Tagebucheintrags

Weitere Merkmale: Du schreibst in der Ich-Form, auch wenn du aus der Sicht einer Figur schreibst. Gefühle verbindest du am besten mit konkreten Erlebnissen. Statt „Ich war nervös“ wirkt zum Beispiel „Meine Hände haben gezittert, als ich an die Tafel musste“ viel lebendiger.

In welcher Zeitform schreibt man ein Tagebuch?

Üblich ist eine Mischung: Was schon passiert ist, steht im Präteritum, was du jetzt fühlst oder denkst, im Präsens. So empfiehlt es auch Studyflix für den Tagebucheintrag im Deutschunterricht. In deinem privaten Tagebuch kannst du freier sein, zum Beispiel im Perfekt schreiben, wie du auch sprichst.

ZeitformBeispielPasst gut für
Präsens„Ich sitze am Fenster und bin müde.“Gefühle und Gedanken im Moment des Schreibens
Präteritum„Heute traf ich Lena im Café.“Erlebnisse des Tages, Erzählungen
Perfekt„Ich habe heute Lena getroffen.“lockere, gesprochene Sprache, private Einträge
Zeitformen im Tagebuch

Wichtig ist vor allem, innerhalb eines Absatzes nicht wild zu wechseln. Ein Wechsel ist aber völlig normal, wenn du vom Erlebten („ich war“) zu deinem jetzigen Gefühl („ich bin“) kommst.

Beispiel für einen Tagebucheintrag

Dienstag, 14. Oktober

Liebes Tagebuch,

heute war ein seltsamer Tag. Am Morgen regnete es, und ich verpasste den Bus. Im Büro wartete dann eine gute Nachricht: Das Projekt, an dem ich seit Wochen sitze, wurde angenommen.

Jetzt sitze ich auf dem Sofa und merke erst, wie erleichtert ich bin. Morgen will ich mir eine Kleinigkeit gönnen.

Das Beispiel ist ausgedacht. Es zeigt die typische Mischung: Erlebtes im Präteritum, das jetzige Gefühl im Präsens, dazu Datum und Anrede.

Was schreibe ich in mein Tagebuch?

Wenn das leere Blatt dich anstarrt, helfen diese Fragen:

  • Was ist heute passiert, das ich nicht vergessen möchte?
  • Wie geht es mir gerade, und warum?
  • Was hat mich geärgert, was hat mich gefreut?
  • Worüber denke ich in letzter Zeit oft nach?
  • Was nehme ich mir für morgen vor?

Ich selbst nutze im Alltag vor allem ein Bullet Journal mit kurzen Stichpunkten im Daily Log. Auch das ist eine Form von Tagebuch. Welche Methode zu dir passt, zeigt der Beitrag Tagebuch-Methoden im Überblick.

Tipps, damit du dranbleibst

  • An eine Gewohnheit knüpfen: Schreib immer nach etwas, das du sowieso täglich tust, etwa nach dem Zähneputzen.
  • Sichtbar hinlegen: Das Tagebuch liegt dort, wo du es abends siehst.
  • Kein schlechtes Gewissen: Pausen sind normal. Fang einfach mit dem heutigen Tag wieder an.
  • Privat bleiben: Schreib so, als würde es niemand lesen. Nur dann wird es ehrlich.

Häufige Fragen

Muss ich „Liebes Tagebuch“ schreiben?

Nein. In der Schule gehört eine Anrede oft dazu. Privat kannst du auch einfach mit dem Datum und dem ersten Gedanken anfangen.

Wie lang sollte ein Tagebucheintrag sein?

So lang, wie du möchtest. Ein Satz kann reichen, an besonderen Tagen werden es mehrere Seiten.

Wann schreibe ich am besten?

Abends kannst du den Tag zusammenfassen, morgens den Kopf für den Tag ordnen. Entscheidend ist ein fester Zeitpunkt, der in deinen Alltag passt.

Warum überhaupt Tagebuch schreiben?

Gründe und was die Forschung dazu sagt, findest du im Beitrag Warum Tagebuch schreiben?

Quellen

Weitersagen: